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Gebrauchte Schallplatten bewerten: Grading von Near Mint bis Poor verständlich erklärt

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Gebrauchte Schallplatten bewerten: Grading von Near Mint bis Poor verständlich erklärt

Bei gebrauchten Schallplatten entscheidet der Zustand oft stärker über den Preis als das Alter. Abkürzungen wie NM, VG+ oder VG sollen den Zustand vergleichbar machen. In der Praxis bleibt Grading aber eine menschliche Einschätzung – deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Platte und Cover.

Inhalt & Sprungmarken
  1. Warum zwei getrennte Bewertungen sinnvoll sind
  2. Mint und Near Mint
  3. Very Good Plus: oft der beste Kompromiss
  4. Very Good: hörbare Nutzung möglich
  5. Good, Fair und Poor
  6. So prüfst du eine Platte selbst
  7. Hairlines sind nicht automatisch tiefe Kratzer
  8. Grading ist kein Messgerät
  9. Fazit

Warum zwei getrennte Bewertungen sinnvoll sind

Platte und Cover können sehr unterschiedlich erhalten sein. Eine saubere LP kann in einer stark beschädigten Hülle stecken und umgekehrt. Gute Angebote nennen deshalb idealerweise den Zustand des Mediums und des Covers getrennt.

Schallplatten werden bei gutem Licht auf ihren Zustand geprüft
Gutes Streiflicht zeigt feine Kratzer deutlich besser als eine schnelle Prüfung im dunklen Regal.

Mint und Near Mint

Mint (M) sollte praktisch unbenutzt und makellos bedeuten. Bei bereits geöffneten älteren Platten ist diese Einstufung entsprechend selten. Near Mint (NM) steht für einen sehr gepflegten Zustand mit höchstens minimalen Gebrauchsspuren.

Gebrauchte Schallplatten bewerten: Grading von Near Mint bis Poor verständlich erklärt

Very Good Plus: oft der beste Kompromiss

VG+ beschreibt typischerweise eine gut gepflegte gebrauchte Platte mit leichten sichtbaren Gebrauchsspuren, die den Hörgenuss nicht wesentlich beeinträchtigen sollten. Für viele Sammler ist dies die interessanteste Kategorie, weil Preis und Zustand häufig in einem guten Verhältnis stehen.

Very Good: hörbare Nutzung möglich

VG kann deutlichere Oberflächenspuren, Knistern oder einzelne hörbare Stellen bedeuten. Die Platte sollte trotzdem vollständig abspielbar sein. Bei ruhiger Musik fallen solche Mängel meist stärker auf als bei lauten Rock- oder Elektronikproduktionen.

Good, Fair und Poor

Ab G/G+ solltest du mit deutlicheren Gebrauchsspuren rechnen. Fair/Poor kann nur noch für seltene Sammlerstücke, Archivzwecke oder als Platzhalter interessant sein. Vor dem Kauf sollte klar sein, ob die Platte ohne Sprünge vollständig durchläuft.

So prüfst du eine Platte selbst

  • unter hellem, seitlichem Licht drehen und nach Kratzern sowie matten Flächen suchen,
  • auf Wellen und Schüsselverzug achten,
  • Spindelbereich und Mittelloch auf starke Nutzung prüfen,
  • bei höherem Preis möglichst probehören,
  • Coverkanten, Ringwear, Feuchtigkeitsschäden und Beschriftungen separat bewerten.

Hairlines sind nicht automatisch tiefe Kratzer

Feine Wisch- und Entnahmespuren können optisch auffallen, ohne stark hörbar zu sein. Ein tiefer Kratzer, den du mit dem Fingernagel deutlich spürst, ist kritischer. Deshalb ist ein Hörtest bei wertvollen Käufen aussagekräftiger als ein Foto allein.

Grading ist kein Messgerät

Zwei Verkäufer können dieselbe Platte unterschiedlich bewerten. Achte deshalb auf zusätzliche Beschreibungen und Fotos. Bei teureren Pressungen sind konkrete Angaben wie „leichte Hairlines, kein Springen, Cover mit kleiner Kantenabnutzung“ hilfreicher als nur eine einzelne Zustandsnote.

Wenn du zusätzlich einen gebrauchten Plattenspieler suchst, hilft die Checkliste für gebrauchte Plattenspieler.

Kurz zusammengefasst

Fazit

NM und VG+ sind bei normalen Sammlerplatten die angenehmsten Zustandsklassen. VG kann je nach Musik und Preis völlig in Ordnung sein. Entscheidend bleibt, die Einstufung als Orientierung und nicht als objektive Garantie zu verstehen.

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