Vinyl bleibt in Deutschland auf Wachstumskurs. Nach Zahlen des Bundesverbands Musikindustrie stiegen die Vinyl-Einnahmen im ersten Halbjahr 2026 um 9,8 Prozent. Noch interessanter ist der Blick auf den physischen Markt: Schallplatten stehen inzwischen für 47,8 Prozent dieses Segments.
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Vinyl wächst 2026 weiter: +9,8 Prozent im ersten Halbjahr

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Die wichtigsten Zahlen
- +9,8 Prozent: Wachstum von Vinyl gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.
- 47,8 Prozent: Vinyl-Anteil am physischen Musikmarkt.
- +5,3 Prozent: Wachstum des gesamten physischen Segments.
- +0,8 Prozent: auch die CD legte leicht zu.
- 670 Millionen Euro: Industrieeinnahmen des deutschen Musikmarkts insgesamt im ersten Halbjahr.
- 84,4 Prozent: Streaming-Anteil an den Brancheneinnahmen.
Vinyl wächst – Streaming bleibt trotzdem dominant
Die Zahlen zeigen zwei Entwicklungen gleichzeitig. Digitales Streaming dominiert den Musikmarkt weiterhin klar. Gleichzeitig wächst Vinyl innerhalb des physischen Geschäfts deutlich stärker als die CD. Das ist kein Widerspruch: Viele Hörer streamen im Alltag und kaufen ausgewählte Alben zusätzlich als physisches Produkt.
Genau diese Mischform erklärt, warum die Schallplatte nicht in Konkurrenz zu jedem digitalen Abruf stehen muss. Vinyl erfüllt für viele Käufer eine andere Rolle: Sammlung, Artwork, Ritual und bewusster Besitz.

Was die 47,8 Prozent wirklich bedeuten
Vinyl macht nicht 47,8 Prozent des gesamten deutschen Musikmarkts aus. Der Wert bezieht sich nur auf das physische Segment. CDs und Schallplatten zusammen kommen zur Jahresmitte auf einen wesentlich kleineren Anteil als Streaming und Downloads.
Innerhalb dieses kleineren physischen Segments ist Vinyl aber inzwischen fast auf Augenhöhe mit der CD. Das ist für ein Format bemerkenswert, das vor gut zwei Jahrzehnten noch als Nischenprodukt galt.
Warum das für Plattenspieler und Zubehör relevant ist
Wachsende Plattenverkäufe bedeuten nicht automatisch, dass im gleichen Tempo neue Plattenspieler verkauft werden. Sie stabilisieren aber den Markt für Laufwerke, Tonabnehmer, Ersatznadeln, Phono-Vorverstärker und Plattenpflege. Hersteller haben dadurch einen größeren Anreiz, neue Modelle und Ersatzteile anzubieten.
Für Käufer ist das vor allem bei langlebigen Komponenten wichtig. Ein verbreiteter Tonabnehmer mit gut verfügbarer Ersatznadel kann über Jahre attraktiver sein als ein exotisches System ohne Versorgung. Unsere Plattenspieler-Kaufberatung berücksichtigt deshalb nicht nur Ausstattung, sondern auch Upgrade- und Ersatzteilwege.
Der Markt wird nicht automatisch audiophiler
Mehr Vinyl bedeutet auch mehr sehr unterschiedliche Produkte: günstige All-in-one-Spieler, Bluetooth-Modelle, klassische HiFi-Laufwerke und teure Sammlerpressungen existieren nebeneinander. Aus dem Marktwachstum lässt sich deshalb keine Aussage über die durchschnittliche Wiedergabequalität ableiten.
Wer Vinyl wegen des Hörens kauft, sollte weiterhin auf saubere Pressung, korrekte Justage und eine passende Signalkette achten. Wer vor allem sammelt, setzt andere Prioritäten. Beides gehört heute zum selben Markt.
Fazit
Das erste Halbjahr 2026 bestätigt, dass Vinyl in Deutschland kein kurzfristiger Retro-Effekt mehr ist. Das Format wächst innerhalb des physischen Markts weiter und nähert sich dort der CD an. Gleichzeitig bleibt Streaming der klare Massenmarkt. Für Musikfans heißt das vor allem: digital und analog entwickeln sich längst nicht mehr als Entweder-oder.



