Zwei Lautsprecher können am selben Verstärker sehr unterschiedlich laut spielen. Ursache ist häufig ihre Empfindlichkeit beziehungsweise ihr Kennschalldruck. Diese Angabe ist für die benötigte Verstärkerleistung oft aussagekräftiger als die maximale Wattzahl auf dem Datenblatt.
Ratgeber
Lautsprecher-Wirkungsgrad und Kennschalldruck: Warum dB wichtiger als Watt sein kann

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Was bedeutet dB/W/m?
Eine klassische Angabe wie 88 dB/W/m bedeutet vereinfacht: Bei einem Watt Eingangsleistung entsteht in einem Meter Entfernung ein Schalldruckpegel von ungefähr 88 dB. Häufig wird heute stattdessen bei 2,83 Volt gemessen. Bei 8 Ohm entspricht das einem Watt, bei 4 Ohm jedoch ungefähr zwei Watt. Deshalb sind Datenblätter nicht immer direkt vergleichbar.

Was bedeuten 3 dB Unterschied?
Ein Lautsprecher mit 91 dB Kennschalldruck benötigt für denselben theoretischen Pegel ungefähr die halbe Leistung eines Modells mit 88 dB. Umgekehrt braucht der leisere Lautsprecher etwa die doppelte Leistung, um die 3 dB aufzuholen.

Hoher Wirkungsgrad ist nicht automatisch besser
Eine hohe Empfindlichkeit kann bei großen Räumen oder leistungsschwächeren Verstärkern sehr praktisch sein. Sie sagt aber nichts über Verzerrungen, Frequenzgang, Abstrahlverhalten oder Klangqualität aus. Ein weniger empfindlicher Lautsprecher kann klanglich hervorragend sein, benötigt nur mehr Verstärkerleistung.
Hörabstand kostet Pegel
Mit wachsendem Abstand sinkt der Schalldruck. In realen Räumen wird dieser Verlust durch Reflexionen teilweise abgefedert, trotzdem benötigt eine Anlage für vier Meter Hörabstand mehr Reserve als für Nahfeldhören am Schreibtisch.
Fazit
Der Kennschalldruck hilft einzuschätzen, wie anspruchsvoll ein Lautsprecher für den Verstärker ist. Zusammen mit Impedanz, gewünschtem Pegel und Hörabstand ergibt sich ein deutlich besseres Bild als aus einer einzelnen Wattangabe. Für die elektrische Seite lohnt zusätzlich unser Artikel zur Lautsprecher-Impedanz.



